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It serves you right to suffer – John Lee Hooker

In meinem letzten Blog wurde John Lee Hooker bereits erwähnt. Die LP, um die es heute geht, hätte ich fast nicht gekauft. Kaum vorstellbar. Es heisst, sie habe absolute Priorität vor allen anderen, falls man jemals vor einem Berg seiner Schallplatten stehen und die Qual der Wahl haben sollte. Den entscheidenden «Wink mit dem Zaunpfahl» bekam ich dazu in einem Berliner Paradies für «Crate Digger».

Wie war das mit dem Gitarristen bei den Coen-Brüdern?
Über Filme zu fachsimplen macht genauso Spass wie über Musik. Neues entdecken, sich an Bekanntes erinnern. Ein Freund und ich kamen jüngst auf einen meiner Lieblingsfilme zu sprechen: «O’Brother, where art thou?» von den Coen-Brüdern. Eine Liebeserklärung an die US-Folk-Szene und wunderbare Odyssee durch die Südstaaten, bei der die Protagonisten u. a. auf einen afroamerikanischen Blues-Gitarristen treffen.

Als wir kürzlich im Record Store Berlin standen und in den «Crates» wühlten, wollte uns partout der Name des Gitarristen nicht einfallen, auf den die Coen-Brüder anspielten. Wie hiess der nochmal? Mein Freund fragte einfach die anwesenden Digger, die unisono riefen: «Robert Johnson!» Sure thing. Und wieso ich das schreibe? Weil es den Groove in diesem Plattenladen und das spätere Votum anwesender Experten erklärt: John Lee Hookers «It serves you right to suffer» darf im Plattenregal nicht fehlen! Period.

Goldmine – Record Store Berlin
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«Must-have and masterpiece»
Also blieb keine Wahl und ich habe dieses Album eingesteckt. Herrliches Klappcover, zwar kein (unbezahlbares) Original, dafür aber als Reissue remastered, limitiert und ein herrliches 180g schweres Vinyl. Optisch und haptisch ein Traum. Und ich kann Ron Brenay nur zustimmen, wenn er schreibt, dass diese Schallplatte ein Meisterstück und Wundermittel ist: «Needless to say, dropping the needle on this masterpiece works wonders, regardless of my mood.»

«Meisterstück», das in keiner Sammlung fehlen darf (Impulse! – A-9103, 2010)

«Meisterstück», das in keiner Sammlung fehlen darf (Impulse! – A-9103, 2010)

Wie lässt sich so ein Album charakterisieren? Roher Blues, urtümlich und rauh, durchzogen von Folk-Einflüssen, die durch Hookers elektrische Gitarre erweitert werden. Eine unglaubliche Präsenz des Blues-Musikers, der alle Fäden in der Hand hat und die begleitenden Musiker dirigiert. Sein unverkennbar stampfender Rhythmus auf eigens ins Studio gebrachtem Sperrholz zaubert die Atmosphäre verrauchter Blues-Joints in die Aufnahmen. Es entsteht ein erdiger Sound, der die Schwere und Hitze der Baumwollfelder erahnen lässt.

«In the studio, Hooker was completely in command – a jug of whiskey comfortably by his side, a big slab of plywood for his foot, and the lights down low. His first concern was always about beat and the tempo…»
Stanley Dance

30 Minuten Schwere und Leid
Kaum zu glauben, wie kurzweilig eine halbe Stunde sein kann. So lange dauert der Hörgenuss dieses Albums, das in einer «one-off session» eingespielt wurde. Hooker berichtet vom Leid und der Einsamkeit eines Drifters, der von Wind, Wetter und Einsamkeit gepeinigt von Stadt zu Stadt zieht (Country Boy). Er packt den Schmerz und die Trauer unerfüllter Liebe in seine Songs (It serve(s) you right to suffer). ==> Album auf Tidal anhören

Happy Listening!

P.S. Es macht Laune, dieses Album zu streamen, aber seinen Zauber entfaltet es auf Vinyl. Dank dir, Peter, für die Überzeugungsarbeit.