Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Treat me right – John Milk

Eigentlich höre ich kaum Radio. Aber ab und an am Schreibtisch läuft FIP Radio France. Die haben eine Moderatorin mit fantastischer Stimme. Frage mich gerade, wieso mich das anspricht?! Vermutlich sind das Spätfolgen einer deutschen Bier-Werbung aus den 1990ern. Wer kennt es nicht, das gehauchte «schöne Prickeln im Bauchnabel»…

Schweife aber ab. Zurück zu FIP. Finde den Sender extrem abwechslungsreich. Auf Partiten von J. S. Bach folgt schon mal Jimi Hendrix, auf Coltrane dann The Herbaliser. Ausprobieren und reinhören – ich lasse den Sender einfach im Hintergrund plätschern. Und gelegentlich läuft etwas, was einen mitreisst.

Treat me right

Milchbubi? Von wegen! (2015, UR 000 366)

«Die Milch macht’s»
Nein, es geht hier nicht um Werbelügen. Bin bei FIP über John Milk gestolpert. Irgendwann lief der Titel-Track «Treat me right», der sofort Lust auf Mehr macht. Ein wenig auf seiner Webseite herumgestöbert – und gleich die LP bestellt. Gibt es übrigens nur in einer 100er-Auflage. Inklusive unbegrenztem Streaming via Bandcamp-App und Download in Lossless-Qualität. Nice!

«Hip-shaking booty music»
John Milk ist Groove pur. Sein Stil wurde vom Chicago-Blues aber auch Reggae beeinflusst und folgt dem US-amerikanischen Soul der 1960er Jahre. Gut arrangierte Bläser, treibende Congas und Percussion – und ein Orgel-Sound, der einen an die Surfstrände Kaliforniens spült. Oder den Duft von BBQ und kalorienreichem Soulfood aus den Südstaaten aufsteigen lässt. Mal Funky, mal Disco-Fieber («Supa Dancing»). Auf jeden Fall hilft das Quartet, dass Tanzlaune aufkommt und Hüften schwingen. Meine Lieblings-Stücke auf dem Debut-Album sind «Never give it up» und «Till our soul gets up».

 

«If I had to describe what music was for me at the age of 10, I think that John Lee Hooker would be the word.» John Milk

Der Sound – erste Sahne, garantiert nicht laktosefrei
Übrigens IMHO ein sehr gut abgemischtes Album. Auch die Vinyl-Pressung ist mit 150g recht ordentlich. Ohne dass es den Gesamteindruck schmälert: Wegen dem fettem Sound erwartet man eigentlich ein solides Plattencover aus dickem Karton. Allein schon der Nostalgie wegen, wie das bei den klassischen Soul-Alben oft der Fall ist. Aber das wäre bei der kleinen Auflage vermutlich zu aufwändig gewesen.

«One nation under dog»
Pariser Label mit HipHop, Reggae, Electronica, Soul u. v. m. Schneller Zugriff auf Lossless-Dateien via Bandcamp, aber Max ist super hilfsbereit, einem Vinyl-Bestellungen zusammenzustellen  ==> mehr zu Underdog Records

Happy Listening! Und den Crate Diggers viel Glück bei der Jagd nach der Vinyl-Version, falls es die noch geben sollte…


Sehenswert
John Milk live bei FIP in HD – very groovy!