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Short cuts #5 – female voices

Ich warte gerade auf die nächste Veröffentlichung von Aldous Harding. Ihr Debut-Album mit feenhaftem Gesang war letztes Jahr Thema im Stereotec Blog. Verkürzen wir uns die Wartezeit mit ein paar ausgewählten und m. E. herausragenden Frauenstimmen. Let’s follow their voices…  

 

Not even happinessJulie Byrne – Not even happiness (2017) – Der erste Track bringt es auf den Punkt: «Follow my voice, I am right here, beyond this light, beyond all fear… ». Byrne’s samtene, ruhige Alt-Stimme trägt einen in einsame Sphären und entführt in dunkle Gewässer. Dazu sanftes Gitarrenspiel im Hintergrund, hier und da Synth-Einlagen, z. B. bei ‚I live now as a singer‚. Hoffen wir, das dies noch lange der Fall ist… Auch das Debut-Album der US-Sängerin ist sehr hörenswert: Rooms with Walls and Windows. Auf Vinyl fantastisch, ausserdem sehr authentisch: Es enthält Songs, die zuvor auf zwei Tapes eingespielt worden waren…

 

Listen to Formation, Look for the SignsNadia Reid – Listen to formation, look for the Signs (2015) – Bin ambivalent. Dieses oder lieber das neue Album der Neuseeländerin auflisten? Denn auch ‚Preservation‘ (2017) ist ein kleines Meisterwerk, in der März-Ausgabe des ‚Rolling Stone‘ treffend als «leise betörende Ode an die Selbstbesinnung» und «Entschleunigungssoundtrack» bezeichnet worden. Ihre neue LP ist gereifter und komplexer, aber das Erstlingswerk betört durch seinen Purismus, seine Ruhe, getragen von Reids warmer Stimme. New Folk, der melancholisch und nachdenklich stimmt, schmerzhaft und heilsam zugleich ist. Songs, die Balsam für die vom Alltag geschundene Seele sind. Favorit: Holy Low.

 

Für Tidal-User – die Playlist zu den Stereotec-Shortcuts #5 «female voices» mit ausgewählten Tracks der Sängerinnen!

 

The Salted AirNadine Khouri – The Salted Air (2017) – Etwas mehr Pop in diesem Album als bei den bisher besprochenen. Aber der Britin mit Libanesischen Wurzeln gelingt ein gelungener Mix aus modernem, vielschichtigem Folk mit musikalischen Nuancen des nahen Ostens. Bei manchen Liedern hat man förmlich den Geschmack von Salz auf den Lippen, das der Wind vom Meer mitbringt. Einige Songs erinnern in ihrer Melancholie und Wärme an Hope Sandoval, wenngleich Khouris Stimme dunkler und arabischer klingt. Manchmal auch beschwörend, wie in ‚Shake it like a Shaman‚. Auch ‚I ran through the dark‚ ist bezaubernd.

 

CollectionThe Be Good Tanyas – A Collection [2000 – 2012] (2012) – TV-Shows sind oft Goldgruben für Musik. In ‚Breaking Bad‘ lief während eines düsteren Moments, in dem der Protagonist einsam durch nächtliche Strassen streift, das Townes van Zandt-Cover der Tanyas von ‚Waiting around to die‚. Gänsehaut pur. Traditioneller Folk, Americana pur, viel Fingerpicking und Banjo auf den frühen Werken der Musikerinnen. Berührend auch der sozialkritische ‚Junkie Song‚. Zwei der Gründungsmitglieder arbeiten gerade am neuen Album ‚Wildflower Blues‘, das per Crowd-Funding ermöglicht werden soll. Es lohnt sich, hier vorzubestellen und damit zu unterstützen, dass dieses Album erscheinen kann!

Hatte überlegt, noch Agnes Obel (Citizen of Glass) oder Karen Elson (The Ghost Who Walks) aufzulisten, aber jetzt wird der Platz knapp…

Und Eure Lieblingssängerinnen?

Happy Listening!