Short Cuts #1 – Sommer, Sonne, Sand… und Sound
Kommt davon. Seit meinem letzten Post im stereotec Blog ist (zu!)viel Zeit vergangen. Schon türmt sich ein Berg an LPs, von der es jede verdient, ausführlich beschrieben zu werden. Nehme daher einfach eine Abkürzung und gehe den Vinyl-Berg neu und anders an – machen wir themenbezogen ein paar «short cuts». Weitere werden folgen. Zeitnah. Versprochen!
Auf «heavy rotation» am Strand und in der Sonne
Wir waren vor kurzem an der Westküste Frankreichs. Die Füsse im Sand, der Wind in den Kiefern, Wellen rauschen, die Sonne steht tief. Kein Plattenspieler weit und breit. Dafür sorgt der Offline-Modus von Tidal für Kurzweil. Meine Lieblingsalben und -songs für lauschig-sonnige Sommerabende, am Meer, am Strand, beim Sonnenuntergang. Funktionieren aber auch am See oder auf der Terrasse. Dazu passend: ein Glas Rotwein, P’tit Basque, Baguette und Kerzen.
Michael Kiwanuka – Love & Hate (2016) – Grossartiger Neosoul. Bereits das Debüt «Home again» (2012) des Briten fand ich herausragend. Bei seinem zweiten Album legt er noch einen drauf. Würden Bill Withers und Curtis Mayfield heute solche Scheiben machen? Vermutlich. Genauer: ziemlich sicher. Jedenfalls zeitlos elegant. Mal sphärisch und nachdenklich (‚I’ll never love‘), mal kritisch (‚Black man in a white world‘), mal leidend (‚Cold Little Heart‘). Treibende Beats, tragende Streicher, aber alles ausbalanciert, nicht zu dick aufgetragen. Viel Hit-Potential, sicher Dank der Mitarbeit von Danger Mouse.
Late Night Tales – Olafur Arnalds (2016) – Island überzeugte nicht nur auf der EM 2016. Dieser isländische Komponist hat schon herrlich mit Nils Frahm harmoniert («Trance Friendz», 2015). Ist auch kein Geheimnis: Die ‚Late Night Tales‘-Compilations sind eine meiner Lieblingssampler. Auch dieser hat es in sich. Cover-Versionen wie «Say my name» (Arnalds) oder das wunderbare «Ethereal» von Hjaltalin – mehr als die Summe ihrer Teile. Grossartiges Zusammenspiel! So wie seinerzeit die Fussballer von dieser Insel… Hu!
Radiohead – A moon shaped world (2016) – Habe das neue Werk von Thom Yorke und Co zwar noch nicht auf Vinyl, streame es aber schon fleissig. Signifikant anders als frühere Scheiben wie z. B. «OK Computer». Deutlich ruhiger, unaufgeregt, teilweise sphärisch. Verwundert nicht, dass diese LP die Fangemeinde spaltet. Wer herb-rockende Gitarren sucht, muss auf ältere Werke zurückgreifen. Ich finde es jedenfalls gross, vor allem den Track «The Numbers». Die Sound-Qualität ist meines Erachtens 1a!
Fye & Fennek – Focus (Single, 2016) – Geheimtip aus der Surf-Szene. Dort hat ein junges Indiefolk-/Elektronik-Duo aus Berlin immer mehr Resonanz. Wir hatten das Glück, Fye als Singer-Songwriterin an einem Camp-Abend ‚unplugged‘ und live zu hören. Fantastisch! Bin mir sicher, dass von dem Duo noch einiges kommen wird. Gelungener Mix aus Akustik kombiniert mit Elektronik und Synthesizern. Aber wem es gelingt, sie live zu hören, sollte das unbedingt machen. Vielleicht spielt Fye dann ‚Occupied Heart‘… Deep! Und hoffentlich bald auch auf Vinyl?!
Happy Listening! Und bis bald bei den Short Cuts #2 – dann zu ein paar Singer/Songwriter- und Folk-Alben.
P.S. Liegt in der Kürze die Würze? Was meint Ihr zum ‚weniger ist mehr‘-Ansatz bei den Crate-Digging-Beiträgen im Stereotec-Blog? Let me know!